Vor genau einem Jahr in der Redaktion, ein ganz normaler Morgen gegen 09:45 Uhr. Kurz vor der großen 10-Uhr-Konferenz. Käffchen in der Hand, Smalltalk mit dem Team, Alltag. Die Kollegin vom Hörertelefon kommt und meldet den Anruf einer Hörerin, die gegenüber der Albertville-Realschule in Winnenden wohnt. Sie berichtet von einem Großeinsatz und von Polizisten mit Maschinenpistolen. Kurz darauf der nächste Anruf, gleichzeitig kommt aus der Nachrichtenredaktion die Bestätigung: Amoklauf. Kurze Besprechung, ein paar Kollegen recherchieren am Telefon. Es gibt bisher kaum Informationen. Ich packe das Equipment ein und laufe zusammen mit zwei Kollegen runter auf den Parkplatz.

Ich war vorher noch nie in Winnenden. Also beim runterfahren vom Parkplatz das Navi programmiert und schnell auf die B14. Radio an. Wir hören neue Infos, es ist die Rede von mehreren Toten und Verletzten. Ich spreche mit den Kollegen im Auto und probiere, meine eigene Aufregung zu überspielen. Das Navi zeigt noch mehr als 10 Kilometer, in beiden Richtungen rasen Polizeiautos und Zivilwagen mit Blaulicht vorbei. Die Kollegen rufen an, “wann seit Ihr da?”.

Das Navigationssystem zeigt nur noch ein paar Kilometer, aber plötzlich ist die B14 dicht. Kein durchkommen, Stau. Winnenden ist weiträumig abgesperrt. Ich sehe im Rückspiegel, wie sich weitere Einsatzwagen mit Blaulicht und Sirene den Weg durch den Stau bahnen, direkt an uns vorbei. Letzte Chance, Warnblinker an und hinter dem letzten Polizeiwagen durch die Gasse. Wir sind zusammen mit einem Kameramann und zwei lokalen Fotografen die Ersten. Überall laufen weinende Eltern mit Handy am Ohr, Kinder erzählen uns davon, dass sie gerade aus dem Fenster ihrer Klasse gesprungen sind. Auf dem Schulhof liegen Schuhe.

Inzwischen rufen Radiosender aus Bayern, Hamburg und Niedersachsen auf meinem Handy an, die eigentlichen Kollegen kommen nicht mehr durch. Erstmal kurz sammeln. Was haben wir gelernt? Pressesprecher suchen, neue Informationen holen. Gibt aber keine Informationen, Polizisten schreien mich an. Eine Mutter fragt mich weinend, wo ihre Tochter ist. Kurz darauf steht die Verbindung zu den Kollegen, also erste Eindrücke schildern: Kinder werden evakuiert, mehrere Hubschrauber am Himmel, Täter ist flüchtig, SEK auf dem Dach der Schule, Chaos.

Kurzzeitig bricht in Winnenden das Handynetz zusammen. Die Fotos, die ich gerade noch an die Onlineredaktion schicken wollte, bleiben im iPhone stecken. Wir bauen in einer Ecke des Schulhofes das kleine Gerät auf, um O-Töne per Satellit zu überspielen. In der Schule sind immer noch Kinder, stehen an den Fenstern. Nach einer guten Stunde die erste, improvisierte Pressekonferenz in der Turnhalle. Nur ein paar Worte. “Der Täter ist immer noch flüchtig”. Komisches Gefühl, selbst inmitten von mehreren hundert Polizisten.

Nach mehr als drei Stunden Hektik, Chaos und fast leeren Handyakkus dann der erlösende Anruf von den Kollegen aus Wendlingen: “Es ist vorbei”. Gegen 16 Uhr zurück im Sender, um 20 Uhr zum Waranga. Mehr als eine Stunde lang, Bier. Draußen auf ner Bank. Ganz alleine.

Einige Wochen später meldet sich Marc bei uns. Er ist 16 Jahre alt und hat einen Song für seine Freundin Nicole gesungen, die erschossen wurde. Wir spielen den Song im Radio, Marc bekommt riesiges Feedback. Im Winter gehen wir gemeinsam Essen, die Eltern von Nicole sind auch dabei. Sehr nette Leute, sehr schüchtern, sehr traurig.

Für mich war der Job am 11. März 2009 ein Schock. Wie lächerlich im Gegensatz zu den Menschen, die wirklich betroffen sind. Ich verneige mich vor der unglaublichen Stärke, mit so einem Schicksal umzugehen.

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Noch in diesem Jahr sollen die Google Street View-Funktion für Stuttgart veröffentlicht werden. Die Kamera-Autos sind ja schon im letzten Jahr durch die City gefahren. Jeder der im Erdgeschoss wohnt, hat dann die Arschkarte gezogen und kann sich idealerweise kopulierend im Netz wieder finden. Bis der Spaß losgeht lässt sich die Stuttgarter City bei Google Earth in 3D angucken. Gibts wohl schon länger, inzwischen sind fast alle wichtigen Gebäude (abgesehen vom Waranga) verfügbar.

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Als Hamburger habe ich mich nach gut vier Jahren in Stuttgart langsam an den schwäbischen Dialekt gewöhnt. Langsam. Manchmal treffe ich noch Leute, meist Landbevölkerung, bei denen ich kein einziges Wort verstehe. Könnte allerdings auch daran liegen, dass ich mir meine Lauscher in diversen Clubs auf Ibiza zerstört habe. Kein Spaß, teilweise hatte ich noch zwei Tage später das berühmte Pfeifen in den Ohren.

Was ich aber definitiv nicht akzeptiere, sind Leute, die ernsthaft Schwäbisch SCHREIBEN. Ich meine nicht als Gag, sondern wirklich im täglichen Gebrauch. Dieses Phänomen lässt sich immer wieder bei Facebook beobachten, vermutlich lernen das die Kinder vom Dorf schon so in der Schule. Was soll das? Das ist definitiv uncool.

Was dabei herauskommt, wenn man dieses Verhalten nicht rechtzeitig aus den Leuten raus prügelt, sieht man an einem Comic namens Kommissar Eisele. Ein Stuttgarter Ermittler löst zusammen mit seiner Hamburger Kollegin Mordfälle in der Stuttgarter City. Grundsätzlich ganz nett gemacht, aber man kann doch nicht ernsthaft ein ganzes Buch auf Schwäbisch schreiben. Regionalität um jeden Preis? Oder merkt man das als Stuttgarter gar nicht, weil man selber auch so schreibt?

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Nachdem uns Sven Väth ja am 28.11.09 hier in Stuttgart einen Besuch abgestattet hat, habe ich von Dancetrippin.tv die erfreuliche Mitteilung erhalten, dass es nun eine neue Episode von unserem geliebten DJ-Urgestein gibt.

Im Rahmen des Amsterdam Dance Events wurde sein Set wieder herrlich mitgeschnitten. Video, Tracklisting etc. findet ihr als (kostenlos) angemeldeter User auf den Seiten von dancetrippin.tv.

Viel Spaß!

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So langsam kann ich es nicht mehr hören. Egal ob in der klassischen Zeitung, auf den einschlägigen Nachrichtensendern oder auf den News-Portalen im Internet. Überall muss man diese elendige Diskussion der Datenschützer kontra Google Streetview verfolgen.

Ich hatte eigentlich an dieser Stelle bereits einen ganz anderen Text vorgesehen, in dem ich mich über das Thema bzw. die öffentliche Diskussion aufgeregt habe. Ich wollte jetzt aber nicht noch das 100.000ste Faß aufmachen, von daher ist der ursprüngliche zweite Absatz im Daten-Nirvana gelandet. Im Prinzip nur so viel: ich find’s gut…also Streetview.

Eine ganz amüsante (bebilderte) Anekdote hat mir Facebook- und Kiezrocker-Kumpel Tristan digital vor die Nase gehalten. Dabei handelt es sich um einen Link, wo das Google Fahrzeug inkl. des ca. zwei Meter hohen Kamera-Dachaufbaus auf eine extrem niedrige Brücke zusteuert…

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Am letzten Samstag wurde Andy im Waranga angeblich mit Fritz Kalkbrenner verwechselt, was ich nicht glaube, weil Fritz deutlich mehr Haare aufm Kopp hat. Wer sich live davon überzeugen will, kann vermutlich beide am Samstag, den 27. März 2010 im Romy S. treffen. Fritz findet Ihr hinterm DJ-Pult, Andy irgendwo unter der Bar.

Nachdem Fritz Kalkbrenner die Vocals im 2009er-Electro-Hit “Sky & Sand” gesungen hat, erwarte ich bei seinem Gig einen ähnlichen Popstar-Auflauf wie bei seinem Bruder Paul im letzten Jahr. Inzwischen singt Fritz aber nicht mehr nur für den großen Bruder sondern produziert auch selber sehr hörbare Lieder.

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