Der Bunker

Ich mach mal eben ne neue Rubrik auf, besonders für die Stuttgarter: “Hamburger Partylocations, von denen wir noch unseren Enkelkindern erzählen werden”. Wenn es denn Enkelkinder gibt. Sieht im Moment nicht so aus.

Der Bunker am Heiligengeistfeld gehört definitiv dazu. Der ehemalige Flakbunker sollte nach dem Krieg mal gesprengt werden, was aufgrund der vier Meter dicken Wände allerdings schwierig war. Also hat man das Teil verkauft und ganz oben ne Disco reinDer Bunker gebaut.

Der Bunker ist groß. Sehr groß. Im Krieg passten da 18.000 Leute rein. In die Disco später immerhin noch 2.000. Ein großer, aber sehr schöner Club. Zuerst nannte sich der Laden “J’s” und wurde erst durch Onkel Ammer so richtig bekannt, über den ich gerade schon geschrieben habe. Wir waren damals sehr oft dort, sozusagen der Beginn einer Partykarriere. Oder der Beginn einer Alkoholiker-Karriere.

Glücklicherweise waren wir nicht am 29. April 2000 in dem Laden. Warum eigentlich nicht? Wäre mal interessant zu wissen, was uns daran gehindert hat. War auf jeden Fall ne gute Entscheidung, denn an diesem Abend hat jemand im VIP-Bereich ne Handgranate losgehen lassen. Ging wohl um irgendeinen Streit zwischen Türken und Hells Angels. Neun Menschen wurden lebensgefährlich verletzt, darunter ein Bar-Mann und Rudi alias DJ Tut-Anch, der sehr sympathische Resident-DJ von Ammer, der an diesem Abend privat im Bunker war. Rudi läuft auch heute noch mit diversen Metallsplittern im Körper rum. Kranke Aktion. Der Attentäter hat übrigens zwölf Jahre Haft bekommen und schlendert nach guter Führung demnächst wieder lustig durch Hamburg.

Viele Jahre später haben wir dann selber im Bunker Partys veranstaltet, die sogenannte “Hamburger Nacht”. Ist damals richtig Die "Hamburger Nacht"gut gelaufen. Ziemlich chaotisch, aber irgendwie hat meistens alles funktioniert. Meistens. Abgesehen vom Feueralarm mit mehreren Löschzügen, dem ersten und letzten Stickstoff-Versuch oder einer Konfetti-Kanone von TBF-Pyrotec, die uns fast um die Ohren geflogen wäre. Zitat vom Club-Chef: “Ich hatte noch nie Veranstalter in meinem Laden, die mehr gesoffen haben als die Gäste”. War ne schöne Zeit. Andy hat heute noch ein Foto im Wohnzimmer hängen, wo er im Bunker am DJ-Pult steht. Scheiße, wir werden wirklich alt. Heute befindet sich im Bunker ein Club namens “Übel & Gefährlich“. Der Name passt. Mehr Fotos unten…

Andy am DJ-Pult Der Bunker von innen

Konzentration!

Muttis umgebauter Campingkocher

Weitere Artikel, die Dir gefallen könnten:

10 Antworten zu “Der Bunker”
  1. Jan sagt:

    Wird Zeit für ein Revival!

  2. nils sagt:

    man da sind echt ne menge kranke sachen passiert.
    erinnere mich perösnlich immer noch gerne an dr grohnßs mikrodurchsage “nils rehm bitte zum djpult!” ich renn in panik die 16jährigen im laden um weil ich denke der typ brennt. nach 4 schlägereien am pult angekommen sagt der liebe andy nur “alter der schnaps ist alle!”…….

  3. Krisi sagt:

    ;-) typisch … der kerl denk mal wieder nur an das eine … tztztz

  4. Krisi sagt:

    DAS ERSTE MAL
    “Der Bunker” war übrigens der erste Laden überhaupt, in dem ich bei meinem ersten Hamburg Besuch war … Sachen gibt ’s.

  5. Lars sagt:

    Ja, Andy war manchmal ganz schön anstrengend, wenn er nichts mehr zu trinken hatte.

  6. Krisi sagt:

    WAR?!!

  7. Lars sagt:

    …bezogen auf den Bunker. Jetzt natürlich auch noch, aber eben nicht mehr im Bunker, sondern woanders ;-)

  8. Sascha sagt:

    Achja der Bunker :-)

    Lustig war es.
    Ein Revival wäre wirklich was!

  9. Lars sagt:

    Ich hab tatsächlich mal kurz nach Eröffnung des Ü&G dort angefragt. Zwecks Revival. Antwort: Kein Interesse.

  10. Projektionen sagt:

    [...] vor ein paar Jahren, als wir in Hamburg unsere eigenen Partys veranstaltet haben, war ich ein großer Freund von Videobeamern. Ich war damals immer für die [...]

  11.  
Hinterlasse einen Kommentar


Impressum & Disclaimer