Kurt Krömer | © Daniel Porsdorf

Eigentlich kann man mich ja mit dem Berliner Dialekt jagen. Wobei dies stark davon abhängt, wer ihn spricht. Vermutlich resultiert das aus meiner Vergangenheit, als ich kurz nach der Schulzeit bei n-tv (damals noch vor der Übernahme durch RTL in Berlin ansässig) ein zweimonatiges Praktikum gemacht habe und dort teilweise auf Personen gestoßen bin, die von ihrem Job super genervt waren, nur das nötigste getan haben und ansonsten meinten “Ick gloob, ick geh jetze ma’ eene roochen!”

Kurt Krömer | © Daniel PorsdorfEine große Ausnahme ist jedoch Kurt Krömer. Er wäre definitiv nur halb so lustig, wenn er mit einem perfekten Hochdeutsch daher käme. Gestern Abend war es wieder soweit. Direkt nach Harald Schmidt folgte “Krömer – die internationale Show“, bei der Ina Müller und Gewichtheber Matthias Steiner zu Gast waren. Gekonnt springt Krömer zwischen den Rollen des bemitleidenswerten Ehemanns und des Neuköllners “Ick-hau-Dir-auffe-Fresse”-Rüpels hin und her und wirkt dabei die ganze Zeit enorm sympathisch – irgendwie als Kumpeltyp, mit dem man gerne mal ein Bier trinken gehen würde. Wobei er gestern behauptet hat, er trinke keinen Alkohol. Vielleicht gehört das aber auch nur zu seiner Rolle, denn Ina Müller schwärmte oft vom letzten Treffen, wo ihr “Kurti” mächtig einen im Kahn hatte. Aber auch beim völligen Verlust der Muttersprache würde Kurt Krömer das Publikum ebenso herzhaft zum Lachen bringen, denn seine Mimiken sind einzigartig.

Ebenfalls gestern - ja, ich hatte meinen großen TV-Abend mit Salzstangen etc. - sah ich auf MTV zufällig einen Trailer zu der Rubrik “All Eyes On”. Diesmal ging es um den neupositionierten Sido (mit Vollbart und neuer Brille), der die Trailer zusammen mit Krömer aka “The sexiest Witznummer alive” aufgenommen hat. Hier mal ein Beispiel:

Ich glaube der Humor von Kurt Krömer ist ein ganz spezieller. Entweder man mag ihn oder kann überhaupt nix damit anfangen. Vielleicht ist das der Grund, warum er bisher auch eher im Nachtprogramm anzutreffen ist. Ein Auftritt bei “Wetten, dass..?” bestätigt meine Vermutung, denn das Erfurter Publikum konnte so gar nichts mit dem Neuköllner anfangen und antwortete mit eher mäßigen Lachern. Schade eigentlich, dass der Durchschnittsdeutsche eher mit primitiven Brachialhumor à la Pocher oder Barth zu erheitern ist.

Krömer, der mit bürgerlichen Namen Alexander Bojcan heißt und tatsächlich aus dem Berliner Bezirk Neukölln stammt, ist durch und durch mit seiner Heimat verwurzelt und engagiert sich für das Nachbarschaftsheim Neukölln e.V. Erst kürzlich hatte er eine Befenizgala (u.a. mit Sido) zugunsten des Vereins veranstaltet.

Kurt Krömer im Theaterhaus StuttgartAm 20.11. feiert Krömer seinen 35. Geburtstag. An dem Tag steht er übrigens hier in Stuttgart im Theaterhaus mit dem Programm “KRÖM DE LA KRÖM” auf der Bühne. Genau 11 Monate zuvor war er mit dem gleichen Programm ebenfalls im Theaterhaus, wo ich ihn dank glücklicher Umstände direkt von der ersten Reihe aus erleben durfte!

Wer also noch nichts geplant hat und mal wieder herzhaft lachen will, dem kann ich die Veranstaltung nur empfehlen! Tickets gibt es bei Ticketmaster.

Kurt Krömer
Theaterhaus (Halle T1)
Stuttgart
Fr 20 Nov 2009, 20:00

P.S: Meine Freundin hat gestern übrigens festgestellt, dass Kurt Krömer möglicherweise der Bruder von Onkel RAM ist. Die Ähnlichkeit ist jedenfalls verblüffend!

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2 Antworten zu “Kurt Krömer”
  1. freundin sagt:

    … die ähnlichkeit zu kurt krömer, ist natürlich ein KOMPLIMENT!

    i love körd :-)

  2. D*Jan Neiro sagt:

    mmh da ist was dran…

    ansonsten find ich den kurti auch knorke aber manchmal funktioniert der Humor auch nicht- das ist immer sehr Gästeabhängig…

  3.  
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