Als Hamburger habe ich mich nach gut vier Jahren in Stuttgart langsam an den schwäbischen Dialekt gewöhnt. Langsam. Manchmal treffe ich noch Leute, meist Landbevölkerung, bei denen ich kein einziges Wort verstehe. Könnte allerdings auch daran liegen, dass ich mir meine Lauscher in diversen Clubs auf Ibiza zerstört habe. Kein Spaß, teilweise hatte ich noch zwei Tage später das berühmte Pfeifen in den Ohren.
Was ich aber definitiv nicht akzeptiere, sind Leute, die ernsthaft Schwäbisch SCHREIBEN. Ich meine nicht als Gag, sondern wirklich im täglichen Gebrauch. Dieses Phänomen lässt sich immer wieder bei Facebook beobachten, vermutlich lernen das die Kinder vom Dorf schon so in der Schule. Was soll das? Das ist definitiv uncool.
Was dabei herauskommt, wenn man dieses Verhalten nicht rechtzeitig aus den Leuten raus prügelt, sieht man an einem Comic namens Kommissar Eisele. Ein Stuttgarter Ermittler löst zusammen mit seiner Hamburger Kollegin Mordfälle in der Stuttgarter City. Grundsätzlich ganz nett gemacht, aber man kann doch nicht ernsthaft ein ganzes Buch auf Schwäbisch schreiben. Regionalität um jeden Preis? Oder merkt man das als Stuttgarter gar nicht, weil man selber auch so schreibt?
Am letzten Samstag wurde Andy im Waranga angeblich mit Fritz Kalkbrenner verwechselt, was ich nicht glaube, weil Fritz deutlich mehr Haare aufm Kopp hat. Wer sich live davon überzeugen will, kann vermutlich beide am Samstag, den 27. März 2010 im Romy S. treffen. Fritz findet Ihr hinterm DJ-Pult, Andy irgendwo unter der Bar.
Nachdem Fritz Kalkbrenner die Vocals im 2009er-Electro-Hit “Sky & Sand” gesungen hat, erwarte ich bei seinem Gig einen ähnlichen Popstar-Auflauf wie bei seinem Bruder Paul im letzten Jahr. Inzwischen singt Fritz aber nicht mehr nur für den großen Bruder sondern produziert auch selber sehr hörbare Lieder.
Schon in den 90ern gab es diverse Computerprogramme, mit denen man seine eigene Musik produzieren konnte. Ich glaube, die ersten schrecklichen Dinger nannten sich “Magix Music Maker” oder so. Man schiebt hier ne Bassline rein und dort eine Melodie und schon hat man seinen eigenen Technosound.
Der erste, richtig interessante Software-Sequenzer, mit dem ich damals rumgespielt habe, war “Rebirth” von Propellerhead. Dafürgibts inzwischen sogar ein Online-Museum. Leck mich fett, war das ein geiles Teil.
Inzwischen gibts richtig gute Software, wie z.B. “Live” von der Firma Ableton. Dieses Programm kann man als Sequenzer und Produktionstool verwenden, aber auch um damit live aufzulegen. Deadmau5 macht damit wohl regelmäßig seine Shows.
Einige begabte Menschen probieren, mit dieser Software bekannte und erfolgreiche Tracks aus dem elektronischen Bereich nachzubauen und… Es klappt! Der Fachmann hört vermutlich schon ein paar Unterschiede, aber wie man an obigem Video hören kann, läuft es schon ganz gut. Auf der Seite von Timofey gibts noch mehr Beispiele.
Vor langer Zeit habe ich diesen Artikel über den nackten Mann aus Stuttgart geschrieben. Ein richtiger Hippie, mindestens fünfzig Jahre alt, der am Wochenende in diversen Clubs auftaucht und sich nach wenigen Minuten nackt an die Bar setzt. Komplett nackt. Cooler Typ, so werde ich vermutlich auch in dreißig Jahren rumlaufen, wenn ich dann überhaupt noch lebe.
Der Mann nennt sich “Big Tom Yardley” und ist in Stuttgart so eine Art Underground-Promi. Jeder kennt ihn, jeder hat ne Story parat. Nur die lokalen Zeitungen haben bisher kaum über Tom geschrieben. Warum? Kommt da vielleicht doch wieder die schwäbische Spießigkeit durch? Ooooh, der ist ja nackt und hat ein Piercing im Lurch, das ist aber schmuddelig. Wie ich schon im letzten Artikel geschrieben habe, mag ich Tom wirklich. Ich finde solche Menschen mutig, egal was seine wirklichen Beweggründe sind.
Unerwartet kam nun gerade eine private E-Mail von Tom. Ich dachte erst an einen Scherz, aber er war es wirklich. Der Grund für seine Mail war, dass er mir seine neue Homepage empfehlen wollte. Dort hat er sogar einen offenen Brief an mich, als Reaktion auf meinen ersten Artikel geschrieben, worauf ich in Kürze noch in einem separaten Artikel antworten werde. Sehr nett. Tom, wir gehen mal einen saufen. Nackt.
Hier gibts noch ein paar schöne Fotos aus Tom’s neuer Diashow…
Webcams gibt es schon seit 100 Jahren. Inzwischen kommen aber immer mehr Video-Livestreams. Auch die Stuttgart Marketing GmbH bietet einen solchen auf ihrer Homepage an, worauf man ein Livebild vom Schlossplatz sieht. Sogar mit automatisierten Schwenk- und Zoombewegungen. Die Kamera befindet sich offenbar auf dem Gebäude der Dresdner Bank und sendet rund um die Uhr live. Nachts ist die Bildqualität ziemlich grausam, bei Tageslicht ganz okay. Ist das dieses berühmte Kessel.tv, worüber alle sprechen? Schöne Sache!