Posts Tagged “Final Scratch”

Damals, als es keine Laptops mit DJ-Software gab, hat jeder DJ mit Vinyl, also mit Schallplatten aufgelegt. Die Kunst des DJs bestand darin, die Geschwindigkeit des Songs vom einen Plattenspieler exakt auf die des anderen Tracks anzupassen, damit ein schöner Übergang entsteht.  Man musste also zum einen seine Songs gut kennen, zum anderen etwas Rhytmusgefühl besitzen, um den Takt im Club mit dem Takt auf dem Kopfhörer zu synchronisieren.

Seitdem fast alle DJs mit einem Laptop und Programmen wie Traktor oder Final Scratch auflegen, wird dieses Talent kaum noch benötigt. Die Software wird zwar nach wie vor mit Plattenspielern oder CD-Playern angesteuert und simuliert damit das alte Prinzip, es geht aber auch ohne: Über einen kleinen, unscheinbaren Button, der mit “Sync” beschriftet ist, passt die Software automatisch innerhalb von Millisekunden die Geschwindigkeit zweier Songs perfekt an.

Natürlich gehört zu einem guten DJ-Set mehr dazu, als nur die richtige Geschwindigkeit. Man muss ein Set der Stimmung entsprechend aufbauen, die richtigen Songs auswählen, nicht zu kommerziell und nicht zu unbekannt spielen und mit den Leuten mitgehen. Grundsätzlich kann nun aber jeder Penner perfekte Übergänge erzeugen. Langweilig.

Die Frage ist, wie viele DJs bereits auf diese Weise arbeiten? Vielleicht sogar gute, renomierte DJs? Ist es überhaupt schlimm, diese Funktion zu benutzen? Verarsche ich damit das Publikum und mich selbst? Vermutlich ist es den Gästen scheißegal, schließlich kommen sie, um zu feiern und um gute Musik zu hören. Also ein reines Gewissensproblem von DJs? Ich habe zwar selber noch nicht auf den bösen Button geklickt, aber seitdem ich mit Traktor auflege, erwische ich mich ab und zu dabei, einen Blick auf die automatisch errechnete BPM-Zahl zu werfen. In einer früheren Version hatte ich dieses Feature noch deaktiviert, inzwischen lässt es sich bei Traktor DUO nicht mehr abstellen. Soll ich die entsprechende Stelle auf dem Bildschirm abkleben? Ich habe ein schlechtes Gewissen.

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Nachdem unser DJ-Kollege und Blog-Nachbar Martin aka RAM vom Total-Ausfall seines DJ-Equipments berichtet hat, wurden uns exklusive Bilder seiner neuen Notfall-Ausweich-Anlage zugespielt. :-)

Quelle: http://www.dself.dsl.pipex.com/MUSEUM/COMMS/auxetophone/auxetoph.htm

Aber Spaß beiseite. Auch Lars und ich musizieren seit einiger Zeit per Notebook, nachdem wir ursprünglich mit Vinyl und CDs großgeworden sind. Zunächst erfolgte der Umstieg auf ein einfaches Notebook mit zwei Stereo-Ausgängen. Wer allerdings von Kindesbeinen an mit Vinyl gespielt hat, der lässt sich nicht dauerhaft von ein paar Cursor-Tasten auf’m Notebook beglücken. Das Handling mit Vinyl ist halt doch ein Unterschied wie Tag und Nacht. Somit dauerte es nicht lange, bis wir auf FinalScratch2 umgestiegen sind.

Die ersten Male hat es auch wunderbar hingehauen, doch irgendwann traten immer wieder Ausfälle (seitens der Technik) auf. Mysteriös war jedoch, dass wir diese Ausfälle nur im Club zu verzeichnen hatten. NEIN, es lag definitiv nicht am Alkohol! Am folgenden Tag hat dann zu Hause alles wieder wunderbar funktioniert. Meistens konnten wir mit dem Laptop von Lars überbrücken. Die Betonung liegt auf “meistens”. Eines Abends, bei einem Gig in Hamburg, überkam uns dann auch der SUPER-GAU…

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