Freitagabend, endlich Feierabend. Man kennt das Szenario: Kaum zur Tür rein, folgt der Griff zum Telefonhörer, um die üblichen Verdächtigen zwecks der Abendplanung zu kontaktieren. Genau so hat es sich heute auch bei mir zugetragen. Da mein Partyhaudegen Lars gerade in Rostock ist, um mit den Jungs und Deerns vom Golf Club St. Pauli ein nettes Wochenende zu verbringen, rief ich erwartungsvoll unseren Lieblingsnachbarn Carsten an.
Nach dem üblichen “Bla, Bla” fragte ich ihn dann auch recht zügig, wie es denn mit dem heutigen Abend aussieht. Seine Worte öffneten mir recht schnell die Augen: “Heute weggehen? Ist doch Freitag, da kannste eigentlich direkt zu Hause bleiben!“.
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Am Samstagabend sind wir nach dem obligatorischen Rumhängen am Waranga noch mal über die Theodor-Heuss-Strasse gelaufen. Das Publikum ist dort ganz schön hässlich. Hatte ich nicht mehr so schlimm in Erinnerung. Grausam. Wir saßen ne ganze Zeit lang vor dem Barcode und konnten die Leute beobachten. Was in Hamburg aus Steilshoop oder Billstedt kommt, bezeichnet Nachbar Carsten bei Facebook mit Waiblingen und Balingen. Leck mich am Arsch, ich hab selten so viele Assis auf einem Haufen gesehen. Das Barcode scheint noch eine kleine, letzte Bastion zu sein, die Musik war auch in Ordnung.
Meine Theorie, dass es auf der Theo viel friedlicher ist als in Hamburg, wurde an diesem Abend auch widerlegt. Als wir weiter gezogen sind, wurde direkt vor unserer Nase ein Asiate verprügelt. Zwei gegen Einen. Und noch mal ordentlich reingetreten, als er am Boden lag. Pfui. Nach geschätzten 30 Sekunden war die Polizei mit drei Wagen am Start und wir durften eine Zeugenaussage machen. Wollte wohl sonst niemand was sagen. Der Polizist hat uns dann gefragt: “Würdet Ihr die Typen erkennen“? Wir: “Klar!“. Polizist: “Okay, dann suchen wir mal“. Kurz darauf saßen wir mit Bierchen in der Hand im Mehlmützen-Van und sind mit Blaulicht durch die Seitenstrassen gecruised. Leider erfolglos. Die haben sich vermutlich in irgendeinem Loch verkrochen. Nächstes Wochenende bleib ich den ganzen Abend beim Waranga.
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Die erste Frage, die mir beim Smalltalk in Stuttgart oft gestellt wird: „Wie ist denn das so, als Hamburger in Stuttgart? Vermisst Du die Reeperbahn?“ Die Antwort: Nein, ich vermisse die Reeperbahn definitiv nicht, als Hamburger geht man nämlich meist nur dann auf den „Kiez“, wenn man Besuch aus einer anderen Stadt hat, z.B. aus Stuttgart. Da es auf beiden Seiten viele Klischees gibt, hab ich hier mal die grundlegendsten Unterschiede zwischen der Hamburger Reeperbahn und Stuttgarter Theodor-Heuss-Strasse geschrieben…
Publikum
Auf beiden Strassen laufen primär junge Menschen rum, die gerade ihr Abi gemacht haben und auf entsprechende Partys gehen. Viele andere Schulabschlüsse inbegriffen. Allerdings agiert das Publikum etwas unterschiedlich…
Stressmacher
Der vermutlich größte Unterschied: Auf der Reeperbahn gibt’s eigentlich jeden Abend ein paar auf die Fresse. Aber richtig. Ein Blick auf die Polizeimeldungen zeigt, dass auf der Reeperbahn fast jedes Wochenende mehrere Leute lebensgefährlich verletzt werden. Das hängt seltener mit bösen Zuhältern oder Hells Angels zusammen, sondern mehr mit gewaltbereiten Jugendlichen. Deswegen wurden auf der Reeperbahn kürzlich diese Schilder aufgestellt, deren Wirkung allerdings fraglich ist. Die Theodor-Heuss ist hingegen ein kleines Paradies. Keine dummen Sprüche, keine Krankenwagen und kaum Polizei. Sehr angenehm.
Musik
Während auf der Stuttgarter Partymeile primär House und Electro gespielt wird, gibt’s auf der Reeperbahn sehr viele Blackmusic-Schuppen. Ausnahmen sind die Bar Morphine, der Baalsaal, die China Lounge oder der Tunnel. Letzterer ist ein Unikat und die Mutter der XXL-Schlaghosen, gelben Knicklichter und weißen Handschuhe. Ich gestehe, dass ich in jungen Jahren Den Rest des Eintrages lesen »
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